Begegnung mit Shirdi Baba

In diesem Moment offenbarte der alte Mann Kaleshwar bestimmtes Wissen. Danach klopfte er drei Mal leicht an seine Bettelschale und das vorher „verdorbene” Essen war dampfend heiß und sein köstlicher Duft erfüllte den kleinen Tempel.

Kaleshwar liebte es, seine Schularbeiten in Abgeschiedenheit zu verrichten. Eines Tages, als er sich in einem verlassenen Tempel auf seine Prüfungen vorbereitete, bemerkte er, dass ein alter Mann in einer Ecke saß und ihn beobachtete. Der Mann trug einen Bart, ein Tuch um seinen Kopf gewickelt, eine Bettelschale und einen Stock. Er bat Kaleshwar um Münzen und der Junge gab ihm einige. Als er am nächsten Tag zum Studieren zurückkam, war der alte Mann wieder da und bettelte um Münzen. Als er am dritten Tag erneut um Münzen gebeten wurde, weigerte sich Kaleshwar, ihm Geld zu geben. Er habe kein Kleingeld. Der alte Mann erwiderte jedoch: „Du hast 50 Rupies bei dir.” Der Junge griff in seine Hosentasche und war überrascht. Er hatte vollkommen vergessen, dass er einen 50-Rupie-Schein bei sich trug. Verblüfft fragte er: „Wie konntest du das wissen?”

„Ich kenne dich”, sagte der alte Mann lächelnd. „Das ist wahr.”

Dann bot der alte Mann dem Jungen verdorbenes Essen aus seiner Bettelschale an.

Kaleshwar reagierte mit einer angewiderten Grimasse: „Warum isst du dieses Essen? Das ist der Grund, warum deine Gesundheit so schlecht ist. Ich werde Essen von zu Hause mitbringen, mach dir keine Sorgen.” Der alte Mann schaute ihn mit Tränen in den Augen an.

In diesem Moment offenbarte der alte Mann Kaleshwar bestimmtes Wissen.

Danach klopfte er drei Mal leicht an seine Bettelschale und das vorher „verdorbene” Essen war dampfend heiß und sein köstlicher Duft erfüllte den kleinen Tempel.

Kaleshwar war verblüfft und verängstigt zugleich: „Wer bist du? Warum vollbringst du diese Zauberei?”

„Ich bin Shirdi Baba. Koste nur ein bisschen von meinem Essen, um zu sehen, ob du es magst”, sagte der alte Mann und gab einen Löffel voll in Kaleshwars Hand. Es schmeckte unglaublich köstlich. Shirdi Baba fuhr fort, löffelweise Essen in Kaleshwars Hand zu geben. Kaleshwar aß erfreut eine volle Mahlzeit und ging danach zu einem nahegelegenen Wasserhahn, um sich die Hände zu waschen. Er war nur ein paar Minuten fort, aber als er zurück kam, war Shirdi Baba nirgends mehr zu finden. Kaleshwar konnte von dort, wo er stand, in jede Richtung eine große Strecke überblicken; Shirdi Baba war auf unerklärliche Weise verschwunden und außer seinen Fußabdrücken im Staub waren keine Spuren zu sehen. Aber er hatte ein Geschenk für Kaleshwar zurück gelassen: In der Ecke, gegen die Tempelwand gelehnt, stand Shirdi Babas Stock. Kaleshwar hat ihn bis heute aufbewahrt.

Extrem verwirrt durch Shirdi Babas „wundersames” Verschwinden, raste Kaleshwars Herz. Er ging nach Hause und erzählte die Geschichte seiner Mutter. Sie hörte ihm zu, entgegnete aber, dass es wahrscheinlich nur ein Traum gewesen sei. „Du bist immer schon töricht gewesen”, sagte sie.

Er streckte seine Hand aus: „Siehst du diesen Stock?” Es war kein Traum.

Danach begann Kaleshwar Shirdi Baba in seinen Träumen zu sehen und seine Stimme zu hören. „Warum bist du so ängstlich? Ich bin dein Großvater. Ich bin ein Großvater für alle Menschen. Du bist ein Mensch für die Welt.” Shirdi Baba erzählte ihm, dass er wichtige spirituelle Arbeit in dieser Welt zu leisten habe und lud ihn ein, nach Shirdi zu kommen. Das ist das Dorf, in dem Baba zu Lebzeiten wohnte und auch der Ort seines Samadhis (dt.: Grab), heutzutage einer der heiligsten Pilgerschreine Indiens.

Mit großer Entschlossenheit bettelte Kaleshwar um die Erlaubnis seiner Eltern, nach Shirdi reisen zu dürfen. Diese waren komplett dagegen. Nach Tagen des Streits, während derer er auch in einen Hungerstreik trat, wurde ihm erlaubt, die 800 Meilen in das kleine Dorf zu reisen, in dem Baba gelebt hatte. Als er seinen Kopf auf Babas Samadhi (dt.: Grab) legte, hörte er deutlich Babas Stimme: „Ich habe auf dich gewartet. Nun ist die richtige Zeit gekommen.” Bald danach begann der junge Kaleshwar Wunderkräfte und Heilfähigkeiten zu entfalten. Shirdi Baba hatte seine göttlichen Kanäle geöffnet. Sein wahres Dharma, seine spirituelle Arbeit hatte damit begonnen. Er war 14 Jahre alt.

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